Chronik

Das Jahr 2016

Am 28.04.2016 fand die Mitgliederversammlung der Kieler Tafel statt und es wurde ein neuer Vorstand gewählt: Neben Margot Thode und Frank Hildebrandt wurden Astrid Zimmermann-Vollstedt, Olaf Böcking und Manfred Quelle neu in das Gremium gewählt. Der Vorstand läßt sich in seinen Aufgaben durch einen Beirat unterstützen: Till Kock, Manfred Haß und Sonja Ruppert.

Luise Jakoby wurde mit der goldenen Ehrennadel des „Paritätischen“ ausgezeichnet.

Im Depotbereich werden die Tagesteamleiter verstärkt in die Leitung eingebunden.

Ein in die  Jahre gekommener Kühltransporter wurde gegen einen neuen Mercedes Sprinter, ebenfalls ein Kühlfahrzeug, ausgetauscht.

Der Mietvertrag für unser TafelZentrum im Schwedendamm ist verlängert worden, die Kieler Tafel muss nicht umziehen!

Am 15. Dezember eröffnete unsere 8. Ausgabestelle in Kiel-Wik.


Das Jahr 2015

Das Jahr ist noch nicht verstrichen, und dennoch sind wichtige Ereignisse zu berichten: Nach Barbara Kottes Ausscheiden besteht der Vorstand nur noch aus vier Mitgliedern, die Barbaras Aufgaben mit übernehmen müssen. Im Depot wurde die alte Kistenwaschmaschine durch eine neue eines anderen Fabrikats ersetzt. Der Fahrdienst hat sich von seinem Kleinwagen getrennt und setzt nun für die Bäckertouren und Kurierdienste einen größeren Kombi ein. Das CRM- System als wichtige Stütze unserer Verwaltung ist modernisiert worden und wird fortlaufend an diese Modernisierung angepaßt.


Das Jahr 2014

Im März ist Ehrenamtsmesse, wir sind mit einem Stand vertreten. Im Mai ist turnusmäßig Vorstandswahl. Im neuen Vorstand: Barbara Kotte und Frank Hildebrandt (wiedergewählt), dazu kommen Ellen Ohlsen, Margot Thode und Dr. Erasmus Schulte. Als „Tafelgesicht“ können wir den ARD-Moderator Dennis Wilms gewinnen. Ab Sommer neu in unserem Fuhrpark: ein VW Crafter Kühlfahrzeug.

Neu im Herbst: die Tiefkühlzelle. Neu gestaltet ist nun auch unser Internetauftritt, außerdem legen wir uns einen Qr-Code und einen Facebook-Auftritt zu.


Das Jahr 2013

Ein spannendes, arbeitsreiches Jahr ohne Vorstandswahlen.

Wir wurden Thema eines Seminars im Fach Agrarmarketing an der Kieler Uni und profitierten von der viel beachteten „Hand-in-Hand“-Aktion des Norddeutschen Rundfunks.

Im Mai gab es ein kulinarisches Dankeschön für unsere Helfer: ein von mehreren Gönnern komplett gesponsertes, von Helmut Zipner zubereitetes, Spargelessen in der Sozialkirche.


Das Jahr 2012

Am 24.Mai 2012 war Mitgliederversammlung mit Vorstandswahl. Sie verlief undramatisch: der gesamte Vorstand stellte sich zur Wahl und wurde wiedergewählt. Nur war er leider nicht lange komplett: Im September schied Bernd Blohm aus Empörung über ein Engagement des Bundesverbandes über Nacht aus dem Amt und aus dem Kieler Tafel e.V. aus.

Bis zum Ende der Wahlperiode macht der Vorstand als Quartett weiter. Barbara Kotte als Vorsitzende.

Bereits am 24. April wurde Frank Hildebrandt von den Tafeln SH/HH zu ihrem Ländersprecher gewählt.


Das Jahr 2011

Ein arbeitsreiches Jahr ohne Vorstandswahlen. Mit Unterstützung des Gesundheitsamtes kamen wir zur Pflicht der Hygieneschulung aller Mitarbeiter nach: Die Schulung war für uns kostenlos und fand an drei Terminen in der Sozialkirche statt.

Im August übergab Luise die Depotleitung an Jürgen Wagner, Luise bleibt seine Vertreterin.

Dank großzügiger Spenden konnten wir einen klapprigen Transporter gegen einen neuen VW Crafter-Kühlwagen ersetzen.

Und wir gaben uns eine neue Werbelinie: unser Helfer Sergey Oumanski fotografierte farbenfroh-appetitliches Gemüse. Das Motiv verwenden wir für unseren Flyer und für Poster.


Das Jahr 2010

Im Januar 2010 feiern wir stolz und fröhlich unser 15jähriges Bestehen. Besonders nett: auch Tafelgründer Bernhard Köhler ist unter den Gästen.

Im Übrigen ist dieser Winter für unsere Arbeit höchst beschwerlich – sooo viel Schnee! Manchmal kommen die Fahrer nicht an die Rampe eines Supermarktes heran. Als könnten wir von der Kälte gar nicht genug bekommen, schaffen wir uns zudem zwei große neue Kühlmöbel für den Laden an. Finanziert werden sie unter anderem aus Geld der LIDL-Pfandspende.

Eine andere wichtige Anschaffung – mit Hilfe von ICAP – ist die Kistenwaschmaschine im Depot. Endlich stets saubere Kisten!

In monatelanger Arbeit entwickelt die Firma akquinet gemeinsam mit Bernd Blohm und Frank Hildebrandt die lange ersehnte maßgeschneiderte Software für unsere Verwaltung – kostenlos.

In der Vorstandswahl im Mai werden Bernd Blohm, Hape Hertrich und Barbara Kotte bestätigt. Hinzu gewählt werden Frank Hildebrandt und Luise Jakoby. Brigitte Amini hatte nicht mehr kandidiert. Seit dem Juli ist Luise Jakoby Trägerin der Ehrennadel des Landes Schleswig-Holstein. Der Ministerpräsident zeichnete sie damit für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement aus.


Das Jahr 2009

Endlich geht es voran mit dem so heiß ersehnten TafelZentrum. Am 9. Januar beginnen die umfangreichen Umbaumaßnahmen. Im März ziehen wir um! Von 45 qm Grundfläche im Speckenbeker Weg vergrößern wir uns auf 450 qm. Bald kann sich niemand mehr vorstellen, wie man mit dem alten Lager überhaupt zurecht kommen konnte. Jetzt haben wir endlich ausreichend Kühl- und Gefrierkapazitäten. Ein geräumiges Büro mit drei Arbeitsplätzen, einen Aufenthalts- und Sitzungsraum, ein kleines Vorstandszimmer. Auch Parkplätze gibt es genug.

Die Mitgliederversammlung am 14. Mai verabschiedet eine in mehreren Punkten geänderte Satzung. Vor allem unterscheiden wir nun „aktive Mitglieder“ (mit aktivem und passivem Wahlrecht) und „Förderer“, die nicht bei der Tafel mitarbeiten.

In der Lebensmittelausgabe gibt es im August zwei Veränderungen: Im Sozialladen „Sparfuchs“, Papenkamp 9, geben wir nun Sonnabends Brot aus, im TafelLaden werden die Öffnungszeiten Donnerstags auf den Nachmittag geschoben. So haben auch diejenigen Kunden eine Chance, die vormittags verhindert sind.


Das Jahr 2008

Ein Jahr wichtiger Veränderungen und Entwicklungen – und das gleich auf mehreren Gebieten.
Zu Beginn des Jahres meint der Vorstand, endlich eine passende Immobilie für ein neues TafelZentrum gefunden zu haben. Doch der geplante Kauf wird am 21. Februar von der Mehrheit einer außerordentlichen Mitgliederversammlung abgelehnt. Auf der turnusmäßigen Mitgliederversammlung am 8. Mai steht Vorstandswahl auf der Tagesordnung. Norbert Küttner scheidet gänzlich aus der Tafelarbeit aus, Luise Jakoby und Ellen Ohlsen kandidieren nicht mehr. Das neue Vorstandsteam -Arne Jacobsen (Vorsitzender), Bernd Blohm (Stellvertreter), Barbara Kotte (Stellvertreterin), Hape Hertrich (Schatzmeister), Brigitte Amini (Schriftführerin) – arbeitet in der ursprünglichen Zusammensetzung nur bis zum September: da steigt Arne Jacobsen von einem Tag auf den anderen aus der Tafelarbeit aus. Fortan besteht das Team aus vier Vorstandsmitgliedern mit Bernd Blohm und Barbara Kotte als Doppelspitze.
Bereits zu Beginn des Jahres wird ein neues „Kind“ der Kieler Tafelfamilie aktiv: die Flintbeker Tafel, gemanagt von Frank Hildebrandt, startet durch. Sie gibt seitdem wöchentlich Lebensmittel an etwa 35 Flintbeker Bedürftige aus.
Auch in Sachen Immobilien gibt es in diesem Jahr erfreuliche Fortschritte: Der Umbau der Sozialkirche wird beendet: am 3. Dezember können unsere Mitarbeiter gemeinsam mit den Helfern von der Evangelische Stadtmission auf einer Suppenparty fröhliche Einweihung feiern. Und am 16. Dezember unterzeichnen die beiden Vorsitzenden tatsächlich – endlich – den Mitvertrag für ein neues TafelZentrum im Schwedendamm 9. Ein für unsere Arbeit fast „maßgeschneidertes“ Mietobjekt. Die Finanzierung der notwendigen Umbauten wird uns durch eine großzügige Erbschaft ermöglicht. Eine weitere ungewöhnliche Spende: ein kleiner wendiger VW Fox von der Volksbank. Als Kurierfahrzeug leistet er sehr gute Dienste.

Das Jahr 2007

Ein Jahr der beachtlichen Expansionen und der Rückschläge zugleich: Während die Zahl der Kunden um dreißig Prozent auf etwa 2000 Haushalte anstieg, ging es in unseren Bestrebungen um eine geeignete „Firmenzentrale“ trotz intensiver Suche um keinen Schritt voran. Unser Ideal ist ein für Waren, Mitarbeiter und Arbeitsabläufe geeignetes Gebäude. Auf einem verkehrsgünstig gelegenen Grundstück, das genügend Raum für Fahrzeuge und Müllentsorgung bietet. Und das für uns finanzierbar ist. Anscheinend eine Utopie. Mal wurden uns abrissreife Immobilien angeboten, mal wollte man uns als Mieter nicht haben, andere Objekte waren zu teuer. Und dann gab es doch noch eine Lösung: die Evangelische Gemeinde St. Matthäus in Gaarden gab ihre Kirche auf und bot sie uns großzügig zur Nutzung an, allerdings nur zur Nutzung als Laden. Im Dezember konnten wir aus den viel zu engen Räumen in der Stoschstraße 41 in die Kirche umziehen. Seitdem dient der alte Laden als Zwischenlager und Sortierraum.
Der „Kirchenladen“ ist Teil des Projekts „Feuerherz“, einer umfassenden Zusammenarbeit der Kirche, der evangelischen Stadtmission und der Kieler Tafel. Träger ist die Stadtmission, die in der Kirche ein Sozialzentrum mit diversen Betreuungsangeboten betreiben wird. Wir zahlen unsere Nutzungskosten und profitieren von einem für unsere Mitarbeiter sehr angenehmen Service: mehrere 1-€-Jobber gehen uns zur Hand. Die Kunden müssen jetzt nicht mehr im Freien warten und können sich die Wartezeit sogar mit einem Kaffee versüßen.
Die Zahl unserer Kunden war zu Beginn des Jahres zunächst um 450 Haushalte zurückgegangen. Das hatte seinen guten Grund. Seit Januar 2007 geben wir Kundenausweise nur noch bei Nachweis der Bedürftigkeit aus, bei Vorlage eines amtlichen Dokuments. Sofort trennte sich „die Spreu vom Weizen“. Dafür rückten umgehend neue bezugsberechtigte Personen nach, mehr denn je zuvor.
Große Freude gab es über einige besonders großzügige und ungewöhnliche Spenden. Die „coolste“ kam vom Kieler Casino: es bezahlte uns zwei Kühltruhen, die uns inzwischen im Kirchenladen unentbehrlich sind. Generös übergab uns der Fotokünstler Johannes J. Dittloff 100 Exemplare seines Fotobandes „Kiel – der etwas andere Blick“. Wir nutzten die hundertfache Gabe, um uns auch mal bei unseren Förderern erkenntlich zu zeigen. Den dicksten Scheck überreichten uns 25 Kieler Serviceclubs. Sie spendeten den kompletten Ertrag ihres Weihnachtsmarktes rund um die Pauluskirche für die Tafelarbeit.

Das Jahr 2006

Neues Spiel – neues Glück: Im neuen Jahr gab es einen neuen Vorstand, neue Aufgaben, neue Kleidung und ein neues Auto – leider aber weiterhin das alte Raumproblem.Vorstandswahl war am 7. April. Norbert Küttner (Vorsitzender) und HaPe Hertrich (Schatzmeister) wurden in ihren bisherigen Funktionen für weitere zwei Jahre bestätigt, Ellen Ohlsen (Schriftführerin) und Luise Jacoby (Stellvertretende Vorsitzende) kamen hinzu.Am 1. März bereits hatte ein neues spannendes Kapitel im Arbeitsalltag begonnen: in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit nahmen die ersten 1 €-Jobber im Fahrdienst, im Depot und im Büro ihre Arbeit auf. Mit 20 – 30 Wochenstunden Tätigkeit stellen sie eine wichtige Ergänzung zu den stundenweise ehrenamtlich tätigen Helfern dar.
Dazu griff der Vorstand tief ins Spendenportemonnaie. Nun gibt es für die Arbeit praktische einheitliche Kleidung: warme dunkelgrüne Westen für den Fahrdienst, burgunderrote Schürzen bei Ausgabe und Sortieren der Lebensmittel. Alles mit Tafel Logo. Die neue Kleidung hat gleich zwei gute Seiten: die Privatkleidung wird geschützt und die Mitarbeiter der Tafel sind auch für Außenstehende gut zu erkennen.

Als Ersatz für ein altersschwaches Fahrzeug, konnte ein schiefergrauer Ford Transit angeschafft werden, dank eines Sozialrabatts des Autobauers Ford und mit großzügigem Entgegenkommen des Autohauses Paulsen & Thoms.

Für die größte Lebensmittelspende brauchten wir allerdings das Kühlfahrzeug. Zum zweiten Mal spendete der Pizza-Produzent Wagner („Wagner-Pizza“) einen ganzen Lastzug Tiefkühlpizza. Ein willkommener Segen, den wir ohne die Hilfe des Transportunternehmers Hans-Jürgen Wohlert (er stellte kostenlos Kühlkapazitäten zur Verfügung) nicht bewältigt hätten. Arne Jacobsen koordinierte und organisierte die Weitergabe an andere Tafeln im Lande und auch an Kinder- und Jugendeinrichtungen in Kiel.

Bei der Arbeit zeigte sich unser Raumproblem von Tag zu Tag dringlicher. Das Depot platzt aus allen Nähten und bietet nirgendwo Raum für ein Gespräch, eine kleine Pause. Die Parkplätze reichen nicht aus. Der Laden in der Stoschstrasse ist viel zu klein und für viele Anwohner ein Störfaktor. Ideal wäre ein Zentrum mit Laden, Depot, Parkplatz in Gaarden. Aber trotz intensiver Suche des Vorstandes fand sich auch 2006 kein passendes und zugleich bezahlbares Grundstück.

Als Hauptsponsor der Deutschen Tafeln empfahl sich – zunächst für drei Jahre –  die METRO-GROUP. Deutschlandweit führte sie von Oktober bis Ende Dezember in allen Häusern (z.B. real;) eine „Koch mit“-Aktion durch: vom Kaufpreis eines Kochsets gingen 2 € an die deutschen Tafeln. Ein warmer Regen, der auch der Kieler Tafel zugute kam.


Das Jahr 2005

Herausragendes Ereignis des Jahres 2005 ist natürlich das 10jährige Bestehen. Den angemessenen Rahmen für die Festveranstaltung mit dem Stadtpräsidenten bildet am 5. März die Kieler Nikolaikirche. Am gleichen Tage wird dort – dank des Engagements von Prof. Bernhard Schwichtenberg – eine Kunstausstellung zum Thema Essen und Armut eröffnet. Die Objekte und Bilder werden am Ende der Passionszeit zugunsten der Kieler Tafel versteigert.Das Jubiläumsjahr bietet auch Anlass zu Dank. Einige Lieferanten helfen  schon seit vielen Jahren mit Lebensmitteln, nicht wenige aktive Helferinnen und Helfer sindebenfalls von Anfang an dabei. 26 Helfer konnten im Rahmen eines Spargelessens am 19. Mai für mehr als 5jährige Mitarbeit geehrt werden. Da Tafelarbeit in verschiedenen Kieler Stadtteilen geleistet wird, sehen sich viele Helfer hier auch zum ersten Mal.Das „Jubiläumsauto“, ein DB Sprinter Kühlfahrzeug, wird am 3. Februar herzlich willkommen geheißen. Eine Woche später wird der DB VITO verkauft.Nach außen vermittelt jetzt ein neues Infoblatt wichtige Fakten „Auf einen Blick“. Eine zweite Information ist speziell für neue Kunden gedacht. Über eine andere Neuerung berichten ausführlich die Medien: am 1. Januar tritt diesogenannte EU Verordnung 178/2002 in Kraft. Von nun an müssen auch die Lebensmittel-Lieferungen an die Kieler Tafel von Lieferscheinen begleitet werden. Eine geliebte Erschwernis der Arbeit für die Fahrerteams.Am 4. Juni stellt der Leo-Club (Jugendorganisation der Lions) seinen „Social Day“ zum dritten Mal in den Dienst der Kieler Tafel. Er sammelte Lebensmittel von Kunden des CITTI-Gr0ßmarkt. Ebenfalls zum dritten Mal heißt es am 3. Dezember wieder bei plaza „Kaufen Sie ein Teil mehr“. Eine überaus erfolgreiche Aktion, die bei vielen Kunden bereits Tradition hat. Über 50 gefüllte Einkaufswagen kommen zusammen.

Das Jahr 2004

Zu Beginn des Jahres sind die Räume im Speckenbeker Weg noch keineswegs betriebsfertig. Noch sind die Elektroarbeiten nicht abgeschlossen, noch fehlen die Kühlzelle, Mobiliar für Lager und Büro. Das meiste wird in Eigenarbeit geleistet: Norbert Küttner und Hape Hertrich kaufen bei IKEA ein, Karl-Heinz Peers sorgt für den Transport, Jürgen Stephan und Josef Rieke montieren die Regale. Bernhard Köhler installiert die Telefonanlage. Parallel dazu arbeitet man an derEinrichtung eines richtigen Ladens mit 4 Öffnungstagen pro Woche in der Stoschstraße. In Schulungs-, Gesprächs- und Besichtigungsterminen bereiten sich die zukünftigen Teams für Depot und Laden auf die Anforderungen der neuen Arbeit vor.Am 10. März 2004 vermerkt der Vorsitzende in seinem Tagebuch: „Heute werden zum ersten Mal Lebensmittel in das neue Depot geliefert. Es herrscht Chaos.“ Zwei Wochen später öffnet auch der Tafelladen.Wie gerufen kommt für beide Neueröffnungen die „Spende des Jahres“. Aus Anlass des 50jährigen Bestehens des LIONs-Clubs übergibt Christian Holstein mit 10 000 € einen soliden Grundstein für das dringend benötigte Kühlfahrzeug.Da der Laden in einem Wohnviertel liegt, fühlen sich Anwohner bald belästigt. Ein Nachbarschaftstreffen im August schafft eine entspanntere Atmosphäre. Auch im Rahmen einer Schaufensterdekorations-Aktion – Motto: Gaardener Perspektiven – kann die Kieler Tafel um Verständnis werben und sich im Stadtteil vorstellen.

Das Jahr 2003

Unermüdlich ist das Projektteam „Tafelladen – Lager und Büro“ (Karl-Heinz Peers, Norbert Küttner) in diesem Jahr auf der Suche. Sie gehen suchend durch Gaarden, sie fordern von Maklern Angebote an, sie besichtigen Objekte in Gaarden, Hasseldieksdamm und Russee und werden schließlich am Speckenbeker Weg 128 fündig – wenigstens was Depot- und Büroräume betrifft. Einen Tafelladen will man nun in der Stoschstraße 41 eröffnen. Im September wird der Mietvertrag für das Objekt in Russee, Speckenbeker Weg 128 abgeschlossen. Er sieht neben dem Büro ein Depot mit ausreichenden Kühl- und Gefriermöglichkeiten vor.In der internen Arbeit kommt man mit der Einrichtung eines 2. Bildschirmarbeitsplatzes einen wichtigen Schritt voran. Die großzügige Sachspende einer Softwarefirma im Gesamtwert von 2500 € macht es möglich.In der Öffentlichkeit stellt die Kieler Tafel ihre Arbeit in Presseinterviews, in Referaten des Vorsitzenden (z.B. bei den Guttemplern), mit einem Stand während des „Kieler Umschlags“, beim Kieler Umwelttag an der Holtenauer Straße und mit einer äußerst erfolgreichen Adventsaktion im Warenhaus plaza (Motto: Kaufen Sie ein Teil mehr!) dar. 75 Stapelkisten voller Lebensmittel werden eingesammelt.Erfolgreich verläuft auch der Social Day der LEO’s, der Jugendorganisation der LIONs. Sie sammeln am 3. Mai am Ein- und Ausgang bei CITTI-Großmarkt Lebensmittel zu Gunsten der Kieler Tafel.Höchst willkommene größere Spenden in diesem Jahr kommen von der Sparda-Bank (Überschuss von Gewinnsparlosen) und wieder aus der Stiftung „Testamentenarme von 1580“.

Das Jahr 2002

Das Jahr 2002 ist ein Jahr der kleinen und größeren Jubiläen: Im März feiert man mit Pastor Weiß, mit Vertretern der Ratsversammlung und heißen Würstchen für alle Kunden das „Einjährige“ der Ausgabestelle Pries-Friedrichsort. Bereits auf 5 Jahre erfolgreiche Arbeit können die Ausgabestellen Stoschstraße, Kronshagen und Wellingdorf zurücksehen.Wichtig für die Außen-Wirkung: das neue Corporate Design der Kieler Tafel.  Ebenso kreativer wie großzügiger Sponsor ist die Firma id:e stampe GmbH Kommunikationsdesign. Schon im Februar werden die nunmehr 3 Tafelfahrzeuge – 2 Sprinter, 1 Vito – mit dem neuen Logo versehen.Neu ist auch die Tätigkeit des Betreuerteams. Im März konstituiert sich ein Lenkungsausschuss, der sich von nun an um die Kontaktpflege mit Lieferanten und Kunden, mit Mitgliedern und Helfern bemüht. Man akquiriert neue Sponsoren, besucht soziale Einrichtungen, aber organisiert auch gesellige Termine wie den Stammtisch in der Forstbaumschule und ein sommerliches Grillfest.Um eine Optimierung von Organisation, Zusammenarbeit und Außenwirkung der Arbeit kümmern sich ein Lenkungsausschuss Betrieb, ein Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit und ein Arbeitskreis EDV.Räumlich ist die Situation wenig befriedigend. Man träumt nicht nur von einem Laden, einem größeren Lager mit Büroraum, sondern besichtigt auch ein Objekt in der Wik.
Großzügige  Spenden wie die Einnahmen einer kirchlichen Nachtmusik, wie „Spenden statt Geschenke“ von der Landesbank oder Geld aus der Stiftung „Testamentsarme von 1580“ unterstützen die Arbeit. Besonders ehrenvoll: die Verleihung des Steffen-Etzel-Förderpreises 2002 durch die AWO. Er würdigt die Entwicklung von Selbsthilfe für benachteiligte Bevölkerungsgruppen. Norbert Küttner nimmt ihn entgegen. Preisgeld 2500 €.

Das Jahr 2001

Das Jahr beginnt viel versprechend. Am 1. Januar übernimmt Ministerpräsidentin Heide Simonis die Schirmherrschaft über die Tafeln im Lande.Im Januar nimmt man wie bereits im Vorjahr mit einem Stand an der Messe „Tisch und Tafel“ in der Ostseehalle teil.Ab Februar gibt es auch ein Friedrichsort eine Ausgabestelle. Im gleichen Monat noch wird als drittes Fahrzeug ein gebrauchter Mercedes Sprinter (lang und hoch) angeschafft, im März auch der Caddy durch einen gebrauchten Mercedes Sprinterersetzt. Die Fahrzeuge sind dringend notwendig, denn in im Sommer ergibt eine erste Statistik-Auswertung, dass die Kieler Tafel Woche für Woche rund 1500 Menschen mit Lebensmitteln versorgt. Jetzt sind bereits rund 70 aktive Helfer für die Tafel ehrenamtlich tätig.Der Stellenwert der Kieler Tafel wird in ihrer – nun auch offiziellen – Zugehörigkeit zu den übrigen anerkannten sozial wirkenden Organisationen deutlich: Sie wird Mitglied im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband (DPWV).Der reizvollste Termin dieses Jahres ist vielleicht (für Ulrich Klarhorstund Otger Osterholt) eine 3stündige Schiffstour, zu der MP Heide Simonis 24 Vertreter von schleswig-holsteinischen Tafeln am 18. Juli einlud.Die originellste Spende dieses Jahres stiftet der Oberbürgermeister. Norbert Gansel löst im August eine „Tauchwette“ ein, indem er den Germaniahafen durchschwimmt. Die 1000 DM kommen der Tafelarbeit zugute.Wie alle Spenden ist auch diese hochwillkommen, z.B. für das neue Briefpapier, dass im Dezember gedruckt wird und von da an jahrelang zum „Gesicht“ der Kieler Tafel beiträgt.


Das Jahr 2000

Die innere und äußere Entwicklung der Tafelarbeit schreitet sichtlich voran. Ab Juni mietet man in der Bothwellstraße Büro- und Gruppenräume an, im gleichen Monat sind auch der Internetauftritt und das Infomaterial mit dem neuen Logo fertig. Es wurde mit freundlicher Hilfe der Agentur i:de gestaltet. Die Infomaterialien können sofort eingesetzt werden, z.B. beim Umweltfest der Holtenauer Straße und bei der gemeinsamen Präsentation mit anderen regionalen Tafeln auf dem Schleswig-Holstein-Tag in Kiel, 22.-24. September.Sehr wichtig auch für die gegenwärtige und zukünftige Arbeit und das Selbstverständnis der ehrenamtlichen Helfer: das Leitbild der Kieler Tafel, das in diesem Jahr verabschiedet wird.In der Vorweihnachtszeit geht ein warmer Spendenregen  – u.a. von Provinzial, Sparkasse, Volksbank, Bruderhand-Stiftung – auf die Tafel nieder. Mit den Spendengeldern ist die Finanzierung eines dritten Fahrzeuges gesichert.

Das Jahr 1999

Die Expansion des „Betriebes“ wird zunehmend zum logistischen Problem. Um es in den Griff zu bekommen, macht sich der Vorstand ab März Gedanken über eine neue Vereinsstruktur. Ziel der Überlegungen: Entwicklung eines Betriebshandbuches. Im November ist das 1. Organigramm entwickelt. Es soll die Arbeit transparenter gestalten und mehr Menschen daran beteiligen. Das Organigramm wird dann im Mai 2000 vollendet. Fortan läuft die Tafelarbeit in koordinierten, organisierten Bahnen.Hochwillkommene Spenden stützen die Arbeit: Von Mannesmann kommen 3 Handys, Coop aber – in diesem Jahr 100 Jahre alt – übergibt der Kieler Tafel 47.039 DM – das Ergebnis einer großen Tombola am „Family-Day“. In der Weihnachtszeit verzichteten Mitarbeiter der LBS und der Allbank auf betriebliche Geschenke: die Kunden der Kieler Tafel profitierten von dieser Großzügigkeit.Weniger erfreulich: Ein Einbruchs-Diebstahl am 31. August in Laden und Büro. Hoher Schaden entsteht.Mit dem 30. September endet auch der letzte der 3 ABM-Arbeitsverträge. Fortan arbeitet man ausschließlich ehrenamtlich.

Das Jahr 1998

Große Freude im April: Als Spende der Daimler-Benz AG und des Fernsehsenders Pro 7 wird ein neuer VITO-Kleintransporter an die Tafel übergeben. Einer von 100 VITOs, die die Sponsoren den Tafeln in Deutschland zur Verfügung stellen. Der VITO, der drei Jahre lang unentgeltlich genutzt werden darf und in dieser Zeit auch kostenlos von Daimler-Benz gewartet wird, ist als Ersatz des nicht mehr fahrtüchtigen orangen VW-Bus hochwillkommen.Zu dieser Zeit holen Helfer der Tafel mit zwei Fahrzeugen regelmäßig Lebensmittel von rund 15 Lieferanten ab und verteilen sie nun bereits in vier Ausgabestellen und dem Laden in derStoschstraße, natürlich auch weiterhin an soziale Einrichtungen. Gut 30 Aktive machen zu der Zeit mit. Die Arbeit ist kaum zu schaffen. Über die Presse sucht der Vorsitzende weitere ehrenamtliche Helfer.Außerdem macht die Tafel in diesem Jahr in mehreren Aktionen auf ihre Arbeit aufmerksam: beim Umweltstraßenfest der Holtenauer Straße im Juni, mit einem Stand auf der Kieler Woche und wieder auf dem Weihnachtsmarkt und in einer Begleitausstellung des Kongresses „Sozialstaat der Zukunft“ im Juli.Erfreuliche Spende: die Einnahmen vom Sommerfest des SPD-Ortsvereins im Schrevenpark.Am 1. Oktober nimmt eine dritte ABM-Kraft ihre Arbeit auf, im Dezember mietet man ein zweites Büro in der Markusgemeinde in Gaarden an.

Das Jahr 1997

Für den Vorsitzenden Bernhard Köhler – und damit für die Kieler Tafel – beginnt das Neue Jahr ebenso denkwürdig wie ehrenvoll: Er ist zum Neujahrsempfang von Bundespräsident Roman Herzog eingeladen. Danach bleibt wenig Zeit zum Feiern, denn mit dem Angebot der Kieler Tafel wird der große Bedarf an ihrer Hilfe zunehmend deutlich. Gleich vier neue „Adressen“ nehmen in diesem Jahr ihren Betrieb auf:

  • Ab 1. Januar unterhält die Kieler Tafel Büro- und Lagerräume in der Stoschstraße (ab 30. April auch als Laden)
  • genau einen Monat nach dem Start in Mettenhof öffnet am 9. Januar 1997 an der Gaardener Johannes-Gemeinde die zweite Ausgabestelle. Ihr folgen
  • im November Kronshagen (zunächst in Kooperation mit der Sozialstation der Christusgemeinde) und Wellingdorf  (in Kooperation mit der Andreasgemeinde)

Beide Ausgabestellen gehören dann ab 2001 unmittelbar zur Kieler Tafel.

In Gaarden bietet man ab Juni einen besonderen Service an: Familien mit Kleinkindern und ältere behinderte Personen bekommen einen Extra-Ausgabetermin.

Da der Vorstand weiterhin der Meinung ist, der Arbeitsanfall sei allein mit „Ehrenamtlichen“ nicht mehr zu schaffen, gehört nun seit dem 1. Februar eine zweite ABM-Kraft zum Mitarbeiterstamm.

Als Glücksfall entpuppt sich ein Verkehrsunfall. Ohne Verschulden des Tafel-Fahrers wird der marode Renault im Oktober zu Schrott gefahren. Man kann ihn gewinnbringend loswerden.

In Kiel und darüber hinaus genießt die Tafel bereits ein beachtliches Renomée. Es findet seinen Ausdruck zum Beispiel in einer Spende in Höhe von 25 000 DM von der Sparkasse Kiel und in einem Besuch der sehr interessierten  Ministerpräsidentin Heide Simonis in der Gaardener Ausgabestelle.  Als die Szene Discothek tamen-t umgebaut wird, versteigert man den Tresen Stück für Stück – zugunsten der Tafelarbeit.

Im Oktober erwirbt der Verein einen VW Caddy. Er fährt und fährt und fährt bis zum März 2001.

An den Adventssamstagen macht die Kieler Tafel mit einem eigenen Stand auf dem Markt Exerzierplatz auf ihre Arbeit aufmerksam. Und zum traditionellen Empfang der Ministerpräsidentin zum Jahresausklang ist sie in jedem Jahr eingeladen.


Das Jahr 1996

Das zweite Jahr startet viel versprechend. Im März gelingt es, mit Spendengeldern einen bereits recht klapprigen Renault (genannt „Blauer Blitz“) zu erwerben, einen Monat später spendieren die Stadtwerke für die Arbeit noch einen gepflegten orangen VW-Bus. Im Juli ermöglicht das Arbeitsamt die Anstellung einer Mitarbeiterin auf ABM-Basis (halbe Stelle). Tatkräftige Unterstützung kommt von nun an auch vom Steuerberater Grothklags und den Rotariern mit ihren  befreundeten Clubs Rotaract und Lady Cyrcle.Eine schöne und wirkungsvolle Aktion begleitet in diesem (und auch im nächsten) Jahr die Vorweihnachtszeit: In einem gemeinsamen Gottesdienst mit der Nikolai-Gemeinde wird die Beleuchtung des Weihnachtsmarktes eingeschaltet. Motto des Gottesdienstes: „Vergesst die Obdachlosen nicht.“Der 9. Dezember 1996 dann wird für die Kieler Tafel zum denkwürdigen Datum: im Mettenhofer Birgitta-Thomas-Haus öffnet die erste Ausgabestelle. Luise Jacoby, eine Helferin (fast) der ersten Stunde, erinnert sich: „Wir waren acht Helfer, und es kamen sechs Kunden.“ – Relationen, die sich sehr schnell ändern sollten.

Das Jahr 1995

Am 7. Januar wird die Kieler Tafel e.V. auf rein ehrenamtlicher Basis in den „Kieler Ansichten“ gegründet
Gründungsmitglieder sind:
Bernhard Köhler, Folke Czeppan, Manfred Blümel, Meenhart Smit, Sonja Mejia de Peters, Heike Lüders-Köhler, Michaela Bollmann, Uta Mannigel, Christel Schilling, Klaus lserBernhard Köhler wird 1. Vorsitzender.Als finanziellen „Grundstein“ signieren und rahmen die Gründer symbolisch einen Zehn-Mark-Schein.Dank sorgfältiger Vorbereitung wird die Kieler Tafel bereits drei Tage später vom Finanzamt als mildtätiger Verein anerkannt.Mit 5 Helfern beginnt die Arbeit sofort. Mit Privat-Pkw – und auch auf eigene Betriebskosten – holen die Helfer Lebensmittel, kalte Buffets, Brot und Kuchen ab und liefern sie bei kirchlichen Einrichtungen und bei der Heilsarmee ab, dazu auch direkt bei den Obdachlosen, die zu der Zeit hinter dem Arbeitsamt „Platte“ machen.Schnell geht die Entwicklung voran. Bereits im März erscheinen ausführliche Berichte in der Lokalpresse. Ein live-Auftritt bei NDR 2 auf dem Blüchermarkt bringt gute Resonanz:  ein Markthändler liefert fortan „Brucheier“, ein Tankstellenpächter aus Bielefeld spendet 1000 DM – die erste private Spende!Weitere Highlights im ersten Jahr:

  • Ein eigener Stand auf der Kieler Woche
  • Büroräume (mit Telefon und Anrufbeantworter!) ab August am Exerzierplatz 19
  • Ein eigener Stand an den Adventssamstagen auf dem Alten Markt

Auch von außen kommt Hilfe: Im Oktober übernimmt der Förderkreis Kieler Altstadt e.V. die Patenschaft, im November spenden Bernhard Köhlers Kollegen 3000 DM.


Das Jahr 1994

Mit einem Hilferuf der Heilsarmee fängt alles an. Die Heilsarmee hat Kontakt zu einigen Großküchen, Restaurants und Bäckereien und gibt deren überzählige Nahrungsmittel an hungrige Esser in sozialen Einrichtungen wie der Bahnhofsmission und dem Bodelschwinghaus weiter. Im Jahre 1994 wächst ihr die Aufgabe über den Kopf. Jetzt wird der Fernmeldetechniker Bernhard Köhler (37) aktiv.Er sammelt Gleichgesinnte um sich und bereitet gemeinsam mit ihnen – in Gesprächen mit dem Amt für Soziale Dienste, mit Behörden, Juristen und der Lebensmittelaufsicht – nach dem Vorbild bestehender Tafeln in USA, Berlin und Hamburg eine Vereinsgründung vor. Man organisiert eine Adresse und richtet ein Konto ein.