| 2010-06 :: Drei Malerinnen – drei Projekte für Tafel-Kunden |
|
Drei ebenso einfallsreiche wie tatkräftige Malerinnen liefen uns in letzter Zeit über den Weg. Höchst unterschiedliche Künstlerinnen, die eines verbindet: ihr Bezug zur Tafelarbeit – als Spenderin oder als Kundin. Überlebenskämpferin Renate Gross Wir trafen sie auf der Bundestagung der deutschen Tafeln in Berlin. Vor dem Tagungsraum hatten sich verschiedenste Messestände postiert, ganz in der Ecke des Foyers eine strahlende, stilvoll Frau an kleinem Tischchen: Renate Gross, ausgebildete Malerin, Zeichnerin, Gestalterin aus Leonberg, warb dort um Interesse für ihr Kunst-Projekt VOTIDO. „What I do“ soll das bedeuten. Und was tut sie?
Renate Gross plant zurzeit eine einzige (nachgemachte) Ausgabe der Luxuszeitschrift VOGUE. Eine FAKE-VOGUE. Mit Modestrecken, die sie mit Selbstauslöser fotografiert, mit eigenhändig angefertigtem Schmuck, mit Garderobe aus ihrem Besitz, mit Mobiliar vom Sperrmüll, mit Adressen von Tafeln und Kleiderkammern. Begeistert spricht sie von ihren Plänen, auf der Suche nach Geldgebern und Aufmerksamkeit. Denn Renate Gross, so ihre Worte, „lebt vom Gegensatz zwischen dem augenscheinlichen Luxus und der Lebenswirklichkeit: seit 15 Jahren Minimaletat auf/unter Sozialhilfeniveau. Kleider, Accessoires, Lifestyle und Good Food aus Diakonieladen, Rotkreuz, Flohmarkt und Tafel.“ Sie kam auf Einladung zur Tafeltagung. Und die Reisekosten? „Hab mir ein Auto gemietet und vier zahlende Mitfahrer gesucht, zurück geht’s per Anhalter.“ Hoffentlich kann sie ihre Pläne realisieren. Bislang hat ihre Kunst nicht ausgereicht zum Überleben. Renate Gross ist Tafel-Kundin in Leonberg – seit 15 Jahren. Mehr: www.renategross.de Danke Cora Korte Die Stiftung Sparkasse rundete den Erlös dankenswerterweise auf. 5.000 € bekamen wir aus Cora Kortes Aktion für unsere Arbeit. Danke, Cora!
Cora Korte mit ihrem spannenden Kiel-Bild
Ein Gewand von Maja Thierbach „Gewöhnlich“, sagt Maja Thierbach, „weiß ich beim Anfangen eigentlich gar nicht, was daraus wird, auch bei diesem Bild war es so. Ich weiß aber noch, dass ich es an einem Wochenende gemalt habe, an dem ich stark unter Druck war.“ Das Wochenende ist ihre kreativste Zeit, denn Maja Thierbach verdient ihr täglich Brot bei der Stadt Kiel. Die Autodidaktin malt seit frühester Kindheit. Über intensive Natur- und Sachstudien sowie Portraitzeichnungen hat sie sich ihren Stil erarbeitet und hat bereits an vielen Orten ausgestellt. Jetzt wartet „das Gewand“ auf den meistbietenden Käufer. Hundert Euro, so Maja Thierbachs Vorstellung, sollte der oder die mindestens dafür ausgeben. Das Geld spendet sie für unsere Arbeit. PS. Im Kaufpreis ist unser Model NICHT inbegriffen. Andrea Zech-Karcher, jeden Sonnabend ehrenamtlich im Depot beschäftigt, hat dem Gemälde fotogen ihr freundliches Gesicht geliehen. Das Bild ist während unserer Bürozeiten (Mo – Sa 8 – 13 Uhr) im TafelZentrum Schwedendamm 9 zu besichtigen. Angebote bitte unter der Telefonnummer 0431-77 0 88 an die Geschäftsstelle.
Andrea Zech-Karcher leiht dem „Gewand“ ihr Gesicht |




