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2010-06 :: Gastgeber des Bundestreffens: die Berliner Tafel

Die Berliner Tafel und ihre Ehrenamtlichen sind spitze! Quasi „in letzter Minute“ waren sie für eine andere Stadt eingesprungen und hatten sich bereit erklärt, das 16. Bundestreffen der Tafeln auszurichten. Eine irre zusätzliche Arbeitslast zu den täglichen Aufgaben:

660 Tonnen Lebensmittel sammeln die Berliner Kollegen jeden Monat, versorgen über 45 Ausgabestellen in Berliner Kirchen („Laib&Seele“) und etwa 300 caritative Einrichtungen, insgesamt rund 125.000 Bedürftige. Die Berliner Tafel Kinder und Jugend betreibt mit Partnern Kinder- und Jugendrestaurants und möchte Kinder für eine ausgewogene Ernährung sensibilisieren. 1.300 Ehrenamtliche und 14 Festangestellte (zu 50 % durch öffentliche Stellen finanziert) machen in Berlin mit.

Die Berliner Tafel ist die älteste Tafel Deutschlands, sie wurde 1993 von Sabine Werth gegründet – und bis heute geführt. Blutjung muss Sabine Werth damals gewesen sein, jung wirkt sie bis heute. Und nun stand sie am 5. Juni strahlend auf der Bühne auf dem Alexanderplatz und nahm für die Berliner Bedürftigen das Ergebnis der Stadtwette entgegen.

Klaus Wowereit hatte gewettet, dass die Berliner bis zum 5. Juni 50 Tonnen Lebensmittel für die Berliner Tafel spenden würden – letzten Endes waren 74 Tonnen zusammen gekommen. Auf dem Alex fand die Tagung ihren sonnigen, fröhlichen Höhepunkt. Die neue Familienministerin Christina Schröder übernahm ihren – mit dem Amt verbundenen – Job als Schirmherrin der Tafeln Deutschlands und griff dann bald zur Suppenkelle. Fast 200 Meter zog sich eine „Lange Tafel“ über den Alexanderplatz, viele hunderte grüner Klappkisten dienten als Tische und Sitze. Jeder Tagungsteilnehmer, aber auch jeder Passant war eingeladen zu gesponserten Speisen und Getränken. Und auch die Berliner Tafel konnte sich freuen: der Hersteller IFCO übergab ihr am Ende die Kisten als Spende.

Das Berliner Festival

Gleich schmettert er los, der Berliner Straßenchor & Zärtliches Küsschen vor dem Auftritt

Und dann gab es noch ein ungewöhnliches Kulturprogramm. Der studierte Konzertpianist Stefan Schmidt trat mit seinem Berliner „Straßenchor“ auf. Fernsehzuschauer, die ZDFNEO empfangen können, kennen diesen unverwechselbaren Chor vielleicht aus der gleichnamigen Doku-Serie. Die Sänger – ein schrilles Völkchen von der Straße: Wohnungslose, Chaoten, Süchtige, Punks. Ihrem engagierten Dirigenten ist es gelungen, sie auf Proben zu disziplinieren und ihre Stimmen zu einem wohlklingenden Ganzen zusammen zufügen. Mehrere Konzerte haben sie bereits gegeben, CDs aufgenommen.„Ich war noch niemals in New York“ singen sie nun und „Wunder geschehen“. Stolz und strahlend nehmen sie am Ende den Beifall entgegen.

Das Berliner Festival

Traditionell auf jedem Bundestreffen: die Lange Tafel, hier auf dem Alexanderplatz & Auch rücklings unverkennbar; Ehrenamtliche der Berliner Tafel

 
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